Es ist 17 Uhr. Der Arbeitstag ist offiziell vorbei. Die Augen sind müde, der Kopf fühlt sich schwer an, und alles, wonach man sich sehnt, sind frische Luft und natürliches Tageslicht. Dabei hat man gar nicht besonders viel gearbeitet. Oft steckt die Ursache nicht im Arbeitspensum – sondern im Licht: zu dunkel, zu warm oder ungünstig platziert. Die Folge sind schneller ermüdende Augen und nachlassende Konzentration. Dabei wäre es oft erstaunlich einfach, das zu ändern.
Tageslicht zuerst – künstliches Licht als Ergänzung
Das beste Licht fürs Arbeitszimmer kostet nichts: natürliches Tageslicht. Es fördert Konzentration, Wohlbefinden und hält wach – besser als jede künstliche Lichtquelle. Der Schreibtisch sollte deshalb möglichst nah am Fenster stehen, idealerweise im 90-Grad-Winkel zum Fenster – nicht direkt davor oder dahinter. Davor bedeutet Blendung durch das Fenster, dahinter bedeutet Schatten auf der Arbeitsfläche.
Wenn das Tageslicht nachlässt – abends, im Winter oder bei bewölktem Himmel – übernimmt die künstliche Beleuchtung. Und hier fangen die meisten Fehler an.
Am Schreibtisch: hell, blendfrei und von der richtigen Seite
Der Schreibtisch braucht mindestens 500 Lux – das ist deutlich mehr als im Wohnzimmer. Eine einzelne Deckenleuchte reicht dafür fast nie aus, weil das Licht zu weit entfernt ist und zu viele Schatten wirft. Die Lösung ist eine Schreibtischlampe direkt am Arbeitsplatz.
Und hier gibt es einen einfachen Trick, den die meisten nicht kennen: Rechtshänder stellen die Lampe links, Linkshänder rechts. So fällt das Licht von der richtigen Seite auf die Arbeitsfläche und die Hand wirft keinen Schatten auf das Papier oder die Tastatur. Das Licht sollte leicht seitlich von vorne kommen – nie direkt von oben oder von hinten.
Welche Lichtfarbe für das Arbeitszimmer?
Im Arbeitszimmer gilt eine klare Regel: neutralweiß bis kalteweiß zwischen 4000K und 5000K. Dieses Licht hält wach, fördert die Konzentration und lässt Farben natürlich erscheinen. Warmweißes Licht unter 3000K ist für die Küche oder das Schlafzimmer gemacht – im Arbeitszimmer macht es müde.
Ein praktischer Tipp: Wer eine Lampe mit einstellbarer Lichtfarbe kauft, hat die größte Flexibilität. Tagsüber kühler und heller für konzentriertes Arbeiten, abends wärmer und gedimmter wenn man noch am Laptop sitzt aber langsam abschalten möchte.
Blendung vermeiden – der häufigste Fehler
Blendung entsteht nicht nur durch zu helles Licht – sie entsteht durch Kontraste. Wer in einem dunklen Zimmer auf einen hellen Bildschirm schaut, belastet die Augen genauso wie jemand, der direkt in eine Lampe blickt. Die Lösung: Die Grundbeleuchtung im Raum sollte immer an sein wenn man arbeitet – nicht nur die Schreibtischlampe.
Auch der Bildschirm selbst spielt eine Rolle. Leuchten sollten nicht hinter dem Monitor stehen und sich darin spiegeln. Seitlich ist immer besser als direkt von vorne oder hinten.
Indirekte Beleuchtung – unterschätzt aber wirkungsvoll
Ein gut beleuchtetes Arbeitszimmer braucht nicht nur Schreibtischlicht. Indirekte Beleuchtung – eine Stehleuchte die nach oben strahlt, ein LED-Strip hinter dem Monitor oder Wandlicht – sorgt für gleichmäßige Grundhelligkeit ohne harte Schatten. Das entlastet die Augen spürbar, weil der Kontrast zwischen Bildschirm und Umgebung kleiner wird.
Wer gut sieht, arbeitet besser
Gutes Licht im Arbeitszimmer ist keine Frage des Geschmacks – es ist eine Frage der Gesundheit. Helles, neutrales Licht von der richtigen Seite, ohne Blendung und mit ausreichender Grundhelligkeit im Raum. Wer das einmal richtig eingerichtet hat, merkt sofort den Unterschied – weniger Kopfschmerzen, weniger müde Augen, mehr Energie am Ende des Tages.
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